Wackersdorf - Wehrt Euch, leistet Widerstand!

Genre: Drama

FSK: ab 6 Jahren

Darsteller: Johannes Zeiler, Peter Jordan, Florian Brückner, Anna Maria Sturm, Andreas Bittl, Johannes Herrschmann, Frederic Linkemann, Ines Honsel, Sigi Zimmerschied, August Zirner, Andreas Nickl, Harry Täschner,…

Produzent: Ingo Fliess

Regisseur: Oliver Haffner

 

Verleih: Alamode Film

Kinostart: 20.09.2018

 

Inhalt:

Oberpfalz, 1980er Jahre: Die Arbeitslosenzahlen steigen und der Landrat Hans Schuierer steht unter Druck, Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Da erscheinen ihm die Pläne der Bayerischen Staatsregierung wie ein Geschenk: In der beschaulichen Gemeinde Wackersdorf soll eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Region verspricht. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorgeht, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzt, steigen in Schuierer Zweifel auf. Vielleicht ist die Anlage doch nicht so harmlos wie behauptet. Er beginnt nachzuforschen und legt sich mit der mächtigen Strauß-Regierung an...

 

Kritik:

Wackersdorf“ ist ein packendes Polit-Drama über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz führten. Großartige Leistungen von Johannes Zeiler, der den Lokalpolitiker spielt. Auch die darstellerischen Leistungen der anderen Schauspieler überzeugen in dem Polit-Drama auf ganzer Ebene.

Es ist ein Film, der zum einen die wunderschöne bayerische Landeshauptstadt mit all ihren Facetten präsentiert, zum anderen ist es ein Film über politische Themen. Die typischen politischen Differenzen zwischen Rot und Schwarz werden im Film genauso deutlich gezeigt, wie die zwischen Polizei und Politik.

Ein Landrat der sich auf die Seite seiner Bürger stellt und nicht mit der Staatsregierung kooperiert ist nicht mehr tragbar. Wie real doch solche Verhalten von Seiten der Politik sind.

Wackersdorf“ ist eine beeindruckende Verfilmung mit brandaktuellen Themen, die nach wie vor für Gesprächsstoff sorgen.

Die Geschichte wird keineswegs langweilig. Auf eindrucksvolle Weise zeigt der Film ganz deutlich wozu die politischen Vertreter fähig sind und wenn einer nicht sputet, wird er gleich abgeschrieben.

Andreas Bittl ist ein ausgezeichneter Musiker, so dass er auch im Film seine musikalische Seite unter Beweis stellen darf.

Politiker reden immer nur, versprechen Änderungen und Veränderungen, nur wenn es dann soweit ist, will keiner mehr was von den Versprechen wissen.

Musikalisch hat der Film ein Stück bayerische Tradition zu bieten und die Landschaftsaufnahmen zeigen Bayern von seiner wundervollen Seite.

Den Politikern ist jedes Mittel recht, sie setzen sogar die Gesundheit der Bürger auf´s Spiel. Genauso geht es in dem Film um Intrigen und Machtkämpfe, aber auch um politische Verhandlungen.

Wer nicht selbst dabei war bzw. zu der Zeit gelebt hat, wird es garantiert nicht glauben. Die Geschichte ist sehr berührend, einfühlsam und zu Tränen rührend, denn „Jeder hat ein Recht auf Leben; deshalb „Atomkraft, nein danke!“

Manch einer verträgt die Wahrheit nicht... Passend dazu das Zitat von dem damaligen Landrat Schuierer: „Wozu soll man sich entschuldigen, wenn man die Wahrheit sagt.“

Nicht zuletzt ist „Wackersdorf“ aber ein Film, der um die Welt gehen soll, denn Atomkraft geht jeden was an! Ein Highlight des Films ist auch der Dialekt in dem die Schauspieler im Film sprechen.

Wackersdorf“ ist ein auf beeindruckende Weise erzähltes Drama um die Proteste gegen den Bau der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Sehr authentisch und einfühlsam von allen Schauspielern gespielt!

Es ist aber auch ein Polit-Krimi über zivilen Widerstand, der tatsächlich passiert ist. Mitten in Bayern...