Vom Giessen des Zitronenbaums

Genre: Drama, Komödie

FSK: ohne Altersbeschränkung

Darsteller: Elia Suleiman, Gael Garcia Bernal, Tarik Kopty, Kareem Ghneim, George Khleifi, Ali Suliman, Claire Dumas, Antoine Chloet, Stephen McHattie, Guy Sprung, Nancy Grant,…

Produzenten: Édouard Weil, Laurine Pelassy, Elia Suleiman, Thanassis Karathanos,...

Regisseur: Elia Suleiman

 

Verleih: Neue Visionen Filmverleih

Kinostart: 16.01.2020

 

Inhalt:

Der Künstler Elia kommt aus Nazareth und muss sich über Land und Leute doch sehr wundern. Schon der eigene Garten und seine Zitronenbäume sind vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn nicht sicher. Bald bricht Elia auf, um anderswo heimisch zu werden und die seltsame Einsamkeit des kopfschüttelnden Beobachters hinter sich zu lassen. Er geht in jene Länder, wo die Frauen frei sind und die Kunst so schön tolerant, wo die Parks öffentlich sind und niemand nachbarliche Zitronen stiehlt. Elia wird zum Kundschafter in den westlichsten Metropolen, Paris und New York. Auf seinen Streifzügen durch die Räume des Urbanen gerät er zwischen aggressive Parkbesucher, ferngesteuerte Touristen, rollende Polizisten und bis an die Zähne bewaffnete Spaziergänger. Erneut muss sich Elia wundern, doch aus dem Wundern wird bald ein nur zu bekanntes Befremden. Auch hier ist die Welt aus den Fugen geraten, haust ein Schrecken in den Begegnungen. Immer kleiner wird die Mimik dessen, der als Heimatsuchender ankam und zur Teilnahmslosigkeit verurteilt ist. Und immer größer wird das Ausmaß des Absurden, das zu unserer Normalität geworden ist. Bleibt am Ende nur die Freundschaft mit einem kleinen frechen Vogel? Elia kehrt zu seinem Garten in Nazareth zurück und muss sich abermals wundern: über einen liebevoll gepflegten und gedeihenden Zitronenbaum...

 

Kritik:

Als unbeschwerter Flaneur läuft Regisseur Elia Suleiman los und erlebt eine Irrfahrt in die absurden Abgründe unserer Zeit. Kaum jemals hat sich die Erschütterung eines Beobachters so leichtfüßig in einer Komödie der Irrungen Ausdruck verschafft. Mit viel Lust an der Komik, die im Widerspruch liegt, gelingen in „Vom Giessen des Zitronenbaums“ grandiose Sketche, die sich zum schrecklich schönen Panorama einer nahenden Apokalypse zusammenfügen.

Eine liebevolle religiöse Geschichte mit einem tollen Soundtrack, der aus religiöser Musik mit arabischen Einflüssen besteht.

Im Vordergrund der Geschichte steht der „Zitronenbaum“, durch den gezeigt wird, dass alles wachsen und gedeihen muss, wenn man viel Liebe reinsteckt.

An den Franzosen kann sich so manch einer ein Beispiel nehmen. Sie kümmern sich um Obdachlose, bringen ihnen zu essen und erkundigen sich nach dem Gesundheitszustand. Sehr zuvorkommend gegenüber manch einem Deutschen.

Alles in allem geht es aber um Beobachtungen und ums Beobachten!