Systemsprenger

Genre: Drama

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Habmeister, Melanie Straub, Victoria Trautmannsdorff, Maryam Zaree, Tedros Teclebrhan, Julia Becker,…

Produzenten: Peter Hartwig, Jonas Weydemann, Jakob D. Weydemann, Frauke Kolbmüller

Regisseurin: Nora Fingscheidt

 

Verleih: Port au Prince Pictures GmbH

Kinostart: 19.09.2019

 

Inhalt:

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien...

 

Kritik:

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will sie nur eines: wieder zurück nach Hause!

Wer selber Kinder hat, kann verstehen, wie sich ein Kind fühlt, dass mir nichts, dir nichts von seiner Mutter ferngehalten wird, keine Liebe bekommt und keine Geborgenheit spürt.

Wenn ein Kind anders ist, braucht es viel Liebe und Geborgenheit, aber kein Mobbing durch andere Kinder und Jugendliche. Leider sind andere Kinder aber ziemlich unberechenbar und die Behörden sind auch nicht viel besser. Wenn es keinen Ausweg mehr gibt, wird das Kind gleich ins Heim gesteckt. Vielleicht sollte man, aus Sicht der Politik, auch mal ein wenig Gedanken über Problemkinder machen und warum es soweit kommen musste. Schuld daran tragen meistens die Behörden und Politiker, die es einen Dreck schert, was aus einem Kind wird, dass sich nichts sehnlicher als Liebe und Geborgenheit wünscht.

Wenn ein Kind ständig nach der Mutter fragt, so ist es ein Warnzeichen. Leider wird das von Ämtern, Lehrern und Therapeuten nie richtig diagnostiziert.

Gewaltpotential kommt in den meisten Fällen durch Mobbing von Klassenkameraden, Probleme mit Lehrern oder wenn ein Kind von der Familie vernachlässigt wird.

Wenn ein Kind ständig von anderen gemobbt wird, ist es vollkommen normal, dass dies auch die Gewalt steigert. Würde man einem Kind mehr Liebe geben, es nicht ständig alleine lassen, würde es sich auch geliebt fühlen.

Wenn man, von Seiten von Behörden oder in der Politik, nicht mehr weiter weiß, ist der letzte Ausweg immer die geschlossene Einrichtung. Durch den Film wird sehr gut thematisiert, dass es auch andere Lösungen gibt, ein Kind zu heilen. So gibt es da z. B. die gern gesehene Therapiemaßnahme von einer Waldtherapie, die auch in den meisten Fällen Wunder bewirkt, denn im Wald kann man all seine Wut auslassen ohne das man andere Leute stört. Eine Waldtherapie ist auch für die Motorik geeignet.

In der Botschaft wird auch deutlich gezeigt, dass eine Mutter zu seinem Kind stehen soll und dass sie alle Kinder gleich behandeln soll. Es wird aber auch sehr gut übermittelt, dass man bei Problemen nicht zurückschrecken und sich professionelle Hilfe holen soll, wenn man in der Erziehung nicht mehr weiter weiß. Leider wird das von vielen Eltern nicht wahrgenommen, weil sie entweder zu stolz sind, das Geld oder die Zeit fehlt.

Der Film macht wütend, wütend auf die Politik, aber auch auf die Behörden!

Es wird auch deutlich gezeigt, was passieren kann, wenn ein Kind von der eigenen Familie vernachlässigt wird und wie weit es führen kann, wenn man Gewalt und psychische Probleme nicht in den Griff bekommt.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg... Weniger Fernsehen, Handy und Tablet, dafür mehr an die frische Luft gehen, in den Wald oder Zoo. Das reduziert das Gewaltpotential garantiert um die Hälfte. Mehr gemeinsame Unternehmungen mit den Kindern und sie fühlen sich auch wieder geborgen und geliebt!

Oskarverdächtige Leistungen von der 11-jährigen Helena Zengel und sehr verdient nominiert für die deutsche Beteiligung bei der Oskarverleihung!