Simpel

Genre: Drama, Komödie

FSK: ab 6 Jahren

Darsteller: David Kroos, Frederick Lau, Emilia Schüle, Devid Striesow, Axel Stein, Anneke Kim Sarnau, Annette Frier,...

Produzenten: Michael Lehmann, Günther Russ

Regisseur: Markus Goller

 

Verleih: Universum Film GmbH

Kinostart: 09.11.2017

 

Inhalt:

Seit Ben denken kann, sind er und sein Bruder Barnabas ein Herz und eine Seele. Barnabas, „Simpel“ genannt, ist 22 Jahre alt, aber geistig auf dem Stand eines Kindes. Quasiloten (Erdbeeren) sind sein Lieblingsessen und draußen im Watt entdeckt er mit seinem Stofftier Monsieur Hasehase neue Kontinente. Simpel ist anders und oft anstrengend, aber ein Leben ohne ihn ist für Ben unvorstellbar. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, soll Simpel in ein Heim eingewiesen werden.

Die einzige Person, die diesen Beschluss rückgängig machen könnte, ist ihr Vater David, zu dem die Brüder seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Die Suche nach ihm entwickelt sich zu einer turbulenten Odyssee, bei der Simpel und Ben auf die Medizinstudentin Aria und ihren Kumpel, den Sanitäter Enzo treffen. Keiner der vier ahnt, dass sich hier eine große Freundschaft entwickelt – und vielleicht ein bisschen mehr. Gemeinsam fahren sie in die große Hansestadt, wo Simpel die Bekanntschaft mit Chantal vom Kiez macht und bei einem Koch-Versuch Arias Küche in Flammen setzt, während Ben ihren Vater David aufsucht und eine Entscheidung treffen muss, die ihm keiner abnehmen kann...

 

Kritik:

In „Simpel“ gehen zwei sehr unterschiedliche Menschen, deren Kraft es ist, füreinander da zu sein, auf eine große Reise. Was auch immer passiert, sie sind füreinander da...

Simpel“ ist ein zutiefst emotionaler und umwerfend komischer Feelgood-Film.

Die berührende Geschichte über zwei Brüder geht mitten ins Herz. Jedes Leben sollte man so nehmen, wie es kommt... Der eine kommt mit Behinderung auf die Welt, der andere ohne. Deshalb ist er aber kein „Idiot“. Nein, er ist genauso nett, fröhlich und liebenswürdig wie ein gesunder Mensch. Alle Menschen sind gleich und sollten ins Leben integriert und nicht aus dem Leben ausgeschlossen werden. Jeder Mensch hat das Recht auf die beste Förderung. So gibt es z. B. für behinderte Menschen unterschiedliche Einrichtungen, in denen sie untereinander sind, sich austauschen können und in denen sie auch gefördert werden können.

Ein Behinderter ist kein „Idiot“, sondern auch nur ein Mensch mit Gefühlen, der sich Liebe und Geborgenheit wünscht.

Ziemlich real wird im Film auch dargestellt wie sich die Behörden verhalten, denn wenn es um etwas geht, will niemand was davon wissen und schaut vor der Realität weg.

Gut, dass man sich auch mal einem ernsten Thema, in dem es um Behinderungen geht, annimmt, denn es ist tatsächlich so wie im Film dargestellt wird. Allen wird geholfen, aber denen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind, diese werden abgeschoben. Vielleicht ist es ja die beste Entscheidung, vielleicht aber auch eine Fehlentscheidung. Jedenfalls sollte man sich in aller Ruhe nach dem passenden Platz umsehen, sich nach dem Umfeld dort erkundigen, bevor man den behinderten oder auch pflegebedürftigen Menschen einfach in das Heim abschiebt. Dies wird auch sehr gut dargestellt als „Simpel“ auf einmal das behinderte Mädchen kennenlernt. Dann wäre es nämlich gar nicht soweit gekommen.

Alles in allem soll der Film aussagen, dass behinderte Menschen die bestmögliche Förderung brauchen. Nur in solchen Einrichtungen können sie richtig therapiert und gefördert werden.

Die Darsteller spielen ausgezeichnet. Nicht nur David Kroos spielt die Rolle des behinderten einzigartig und beeindruckend. Kein anderer als Frederick Lau könnte die Rolle von „Ben“, dem Bruder von „Simpel“, so überzeugend und glaubwürdig spielen. Natürlich überzeugt auch Emilia Schüle wieder auf ganzer Linie und Devid Striesow schlüpft sehr überzeugend in die Rolle des Vaters.

Die Thematik des Films ist ernst und sehr real, aber trotzdem kommt der Humor zwischen den bewegenden Momenten nicht zu kurz.

 

Im Rahmen eines Family & Friends Screening feierte der Film am 6. November in Anwesenheit von Frederick Lau, Regisseur Markus Goller und Produzent Michael Lehmann im Filmtheater am Sendlinger Tor Premiere. Fotos von der berührenden Premiere gibt es hier http://future-image.de/searchresult.html?event=1&suche=Filmpremiere++Simpel++in+M%C3%BCnchen &daterange=2017-11-06+bis+2017-11-06 !