Schule, Schule - Die Zeit nach Berg Fidel

Genre: Dokumentation

FSK: ab 6 Jahren

Regisseurin: Hella Wenders

 

Verleih: Real Fiction

Kinostart: 21.09.2017

 

Inhalt:

David, Jakob, Anita und Samira haben an der inklusiven Grundschule „Berg Fidel“ in altersgemischten Klassen gelernt. Dabei spielte auch die eine oder andere Beeinträchtigung keine Rolle. Nach der vierten Klasse trennten sich ihre Wege, weil sie auf unterschiedliche weiterführende Schulen wechseln.

David komponiert in seiner Freizeit eigene Lieder, sein Bruder Jakob hat inzwischen die erste Freundin. Anita muss wiederum rund um die Uhr um ihren Schulabschluss kämpfen und Samira fragt sich, ob sie wohl am nächsten Tag noch in ihrer Clique willkommen ist oder nicht.

Träume, Hoffnungen, Ängste, Sorgen inmitten der Pubertät: wir erleben, wie die Kinder lernen, mit Leistungsdruck, wechselnden Gemütszuständen und der Suche nach Anerkennung in ihrem Alltag zurecht zu kommen...

 

Kritik:

„Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel“ knüpft an den Dokumentarfilm „Berg Fidel – Eine Schule für alle“ an. Wichtige Ankerpunkte in dem Film sind Schule, Familie und Freundschaft.

Es ist eine großartige Dokumentation, in der auch mal gezeigt wird, dass es nicht nur Schulen für gesunde Kinder und Jugendliche gibt. Kinder und Jugendliche, die z. B. ein Hörgerät tragen, benötigen besonderen Förderbedarf. Deshalb gibt es neben einer Grund- und Hauptschule oder einem Gymnasium auch Montessori-, Förder- und Gesamtschulen, in der die Schüler in kleinen Klassen unterrichtet werden.

Der Film sollte als Anregung gesehen werden, dass man in der Zukunft nicht nur um den Bau von Real- und Berufsschulen kämpfen sollte, sondern auch um weiterführende Schulen für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf, die nach der 4. Klasse nicht wissen auf welche Schule sie gehen sollen.

Sehr realitätsnah dargestellt, denn es ist tatsächlich so Kinder mit einem Hörgerät zum Außenseiter werden.

Man hätte z. B. auch die Gebärdensprache in den Film mit einbauen können, denn in Schulen mit hörgeschädigten und gehörlosen Kindern wird diese im Unterricht angewandt, was dann noch realer gewesen wäre.

In der Dokumentation geht es aber auch um Themen wie Flucht und die Angst wieder abgeschoben werden. Sehr beeindruckend dargestellt sind auch die Verabschiedungen von den jeweiligen Schulen, die wieder einmal zeigen sollen, dass man mit einer Beeinträchtigung auch am Gymnasium angenommen werden kann.

Alles in allem eine tolle, gelungene und lehrreiche Dokumentation mit einem wundervollen Finale!