Reise nach Jerusalem

Genre: Drama

FSK: ab 6 Jahren

Darsteller: Eva Löbau, Veronika Nowag-Jones, Axel Werner, Beniamino Brogi, Julia Sophie Mink, Constanze Priester, Christian Schmidt, Nils Schulz,…

Produzenten: Claudine Castay, Giulio Baraldi, Lorenzo Baraldi,...

Regisseurin: Lucia Chiarla

 

Verleih: Filmperlen

Kinostart: 15.11.2018

 

Inhalt:

Reise nach Jerusalem“ bezieht sich auf ein Spiel, bei dem du Glück brauchst: Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – sonst bleibt kein Stuhl übrig.

Alice ist 39 Jahre alt und gewinnt bei diesem blöden Spiel nicht mehr. Das Jobcenter schickt sie ständig zu sinnlosen Bewerbungstrainings, aber Alice merkt, dass sie damit nur in der Warteschlange stecken bleibt, denn sie schafft es nicht mal bis zum Vorstellungsgespräch. Da all ihre Bemühungen scheitern, bricht sie eines Morgens die Maßnahmen ab. Ihre Bezüge werden reduziert, das Geld wird knapp.

Ihre Eltern und Freunde können nicht verstehen, wie tief Alice im Chaos steckt, denn sie lügt gut und spielt ihrem Umfeld die erfolgreiche Freelancerin vor. Beharrlich hält sie sich mit Benzingutscheinen über Wasser, die sie durch absurde Jobs bei Marktforschungsinstituten erhält, und versucht hartnäckig, den Faden ihres Lebens wieder aufzunehmen...

 

Kritik:

Es gibt heutzutage keine größere Chance, als einen Job zu haben. Wer Arbeit hat, macht sich davon gar keine Vorstellung. Denn auf Arbeitssuche zu sein, ist anstrengender als zu arbeiten. Wer arbeitslos ist, wacht morgens auf und weiß nicht, was er bis zum Abend anstellen soll. Man fängt sogar an zu glauben, dass irgendwas mit einem selbst nicht richtig ist. Schlimmer ist es, wenn auch die anderen anfangen das zu glauben...

Das Spiel „Reise nach Jerusalem“ wir in der Geschichte zur Metapher der Arbeitssuche – in einer Gesellschaft, die sich immer stärker durch die Arbeit definiert...

Mit dem Film „Reise nach Jerusalem“ findet man sich in der Realität wieder. Ganz gleich ob beim Jobcenter, in der Warteschleife oder beim Schreiben von Bewerbungen, man findet sich in der Rolle der Hauptdarstellerin wieder. Sicherlich hat jeder schon einmal ähnliche Situationen erlebt, wie hier im Film die Schauspielerin.

Wenn die Ämter nicht mehr weiter wissen, wird man gleich in einen Kurs (z. B. Bewerbertraining) geschickt. Ganz gleich ob es das richtige für einen ist, oder nicht...

Ohne Flexibilität geht heutzutage gar nichts mehr. Auch das wird sehr gut dargestellt und das sich Freunde von einem zurückziehen, wenn dieser auf einmal finanziell nicht mehr mithalten kann, ist auch nicht an den Haaren herbeigezogen.

Eine wirklich gute und vor allem reale Verfilmung über ein Thema, dass schon lange überfällig war.