Landrauschen

Genre: Drama

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Kathrin Wolf, Nadine Sauter, Volkram Zschiesche, Rupert Markthaler, Thomas Goersch, Heidi Walcher, Karl Fischer,…

Produzenten: Johannes Müller, Lisa Miller,…

Regisseurin: Lisa Miller

 

Verleih: Arsenal Filmverleih

Kinostart: 19.07.2018

 

Inhalt:

Nach Jahren des wilden Lebens in Berlin, zwei Hochschulabschlüssen, ohne Geld und Job befindet sich Toni in der Sinnkrise. Eine Erbschaftsangelegenheit dient als willkommener Grund ihr Großstadtleben hinter sich zu lassen und wieder in ihr Heimatdorf Bubenhausen zu fliehen, dessen Enge sie ursprünglich entfliehen wollte. Sie zieht wieder bei ihren Eltern ein, die sie nur zu gern wieder unter ihre Fittiche nehmen. Als sie sich motiviert als Journalistin bei einer Ulmer Zeitung bewirbt, wird ihr allerdings lediglich ein Praktikum in der Heimatredaktion zugestanden. Dort muss sie sich die Welt der regionalen Fest- und Vereinsberichterstattung erschließen und kommt schnell an ihre Grenzen. Als Toni auf Rosa, ihre lebenslustige und bodenständige Freundin aus Kindertagen trifft, sieht die Welt der Heimat auf einmal wieder anders aus. Bei wilden Mopedfahrten und nächtlichen Streifzügen fühlt sich Toni wieder lebendig. Rosa ist nie aus Bubenhausen weggezogen und jobbt als Sozialarbeiterin für die von der Kirche verwaltete örtliche Flüchtlingsunterkunft. Sie ist zunehmend fasziniert von Toni und deren freier Sicht auf die Welt. Gleichzeitig findet Toni durch Rosas aufgeschlossene Art unerwartet Zugang zu dem ursprünglich abgelehnten Leben auf dem Land. Die Grenzen zwischen Freundschaft und Liebe beginnen zu verschwimmen...

 

Kritik:

Landrauschen“ umreißt auf ebenso charmante wie unverblümte Weise die Identitätsfindung zweier Frauen in einem Dorf, das sich selbst mit einer beständig komplexer werdenden Welt konfrontiert sieht: Nichts ist mehr so wie es einmal war. Nur das Bier verspricht Abhilfe. Der Film wurde erfolgreich via Crowdfounding finanziert!

Landrauschen“ porträtiert die Geschichte einer Journalistin, die nicht schreiben darf was sie möchte.

Sehr schön ist auch, dass der Film mit Dialekt gesprochen wird. Der Film ist auch pädagogisch wertvoll, u. a. mit einer kleinen Einführung in die Arbeit eines Imkers. Abgerundet wird die Geschichte von einem wunderschönen, rockigen und berührenden Soundtrack. Außerdem zeigt der Film auch ganz deutlich, dann Deutschland noch lange kein freies Land ist. Man kann nicht so leben, wie man leben möchte. Wenn man z. B. schwul/lesbisch ist, wird man in der heutigen Zeit gleich schief angeschaut oder gar sogar ausgelacht. Genauso ist es mit behinderten Menschen, denen man es nicht gleich ansieht. Wir leben doch in einem freien Land. Da kann man auch verlangen, dass man auch so leben kann wie man es möchte und sich nicht vorschreiben lassen muss, wen man liebt bzw. wie man lebt. Wenn man lesbisch/schwul ist, so sollte man sich dafür nicht schämen müssen. Genauso ist es mit der Musik: Wenn man Punkrock hört, hört man eben Punkrock! Der Soundtrack zum Film von „Dicht & Ergreifend“ ist sehr gut zu der Geschichte gewählt.