Kosmetik des Bösen

Genre: Thriller

FSK: ab 16 Jahren

Darsteller: Tomasz Kot, Athena Strates, Marta Nieto, Dominique Pinon

Produzenten: Toni Carrizosa, Ana Eiras, Genny Goudard, Daniel Gorashko, Rodolphe Sanzé,…

Regisseur: Kike Maillo

 

Verleih: Koch Films

Kinostart: 04.11.2021

 

Inhalt:

Der erfolgreiche Architekt Jeremiasz Angust wird in Paris von einer jungen Frau angesprochen. Vielleicht würde er mit ihr im strömenden Regen sein Taxi zum Flughafen teilen? Eine widerwillig geleistete Höflichkeit, die er schnell bereut. Jeremiasz verpasst wegen der Fremden, die sich als Texel Textor vorstellt, seinen Flug. In der Flughafen-Lounge drängt sie ihm ihre Geschichten auf. Der Architekt soll sich einer hässlichen Wahrheit stellen, die in seiner perfekten Welt keinen Platz hat: Der Realität eines ungeliebten Kindes, das Katzenfutter frisst und vom Neid auf die Perfektion anderer zerfressen ist.

Jeremiasz ist von ihren Geständnissen zunehmend irritiert, aber er wird die Fremde einfach nicht los. Ihre Erzählungen vom Bösen sickern wie schleichendes Gift in die glatte Oberfläche des Stararchitekten. Auch er hat ein dunkles Geheimnis: Seine Frau verschwand vor 20 Jahren spurlos. Je mehr Texel von ihrem angeblichen Mord an einer Frau erzählt, desto schwerer fällt es Angust zu unterscheiden, was real ist und was nicht. In dem Modell der Flughafen-Lounge, die sein Werk ist, klebt plötzlich Blut. Und hatte das Mädchen, das ihm sogar auf die Toilette gefolgt ist, nicht gerade ein Messer in der Hand?

 

Kritik:

„Kosmetik des Bösen“ basiert auf dem Roman des belgischen Fräuleinwunders Amélie Nothomb und ist ein diabolisches Spiel mit menschlichen Abgründen. Ein Film über den klaffenden Abgrund zwischen Wirklichkeit und Anspruch des Menschen und ein teuflisches Spiel mit Wahrheiten…

Großartig inszeniert als diabolisches Kammerspiel um täuschende Erinnerungen und bewusste Selbstlügen. Es ist ein herrlich böser Abgesang auf das Streben nach Perfektion in einer Gesellschaft entstanden, in der der schöne Schein zum Apriori geworden ist…

Alles in allem eine ernste Geschichte, die häusliche Gewalt und Macht präsentiert. Die Geschichte spielt vor der atemberaubenden Kulisse von Paris mit authentischen Aufnahmen. Es ist aber auch eine Geschichte von unerfüllter Liebe, die zu Hass wird. Nicht zuletzt ist es eine sehr beeindruckende Geschichte über Familie, Liebe und Vergebung mit einem verwirrenden Ende. Es geht aber auch um Schuld, Verzweiflung, Obsession, Verrat und Mord und ist sehr spannend und fesselnd erzählt. Fast so fesselnd, dass man am Ende nicht mehr weiß, was Realität ist und was nicht.