Die Geschichte meiner Frau

Genre: Drama, Romantik, Historie - FSK: ab 12 Jahren - Darsteller: Léa Seydoux, Gijs Naber, Louis Garrel, Sergio Rubini, Jasmine Trinca, Luna Wedler, Josef Hader, Ulrich Matthes, Udo Samel, Lara Mandoki,… - Produzenten: Ernó Mesterházy, Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Flaminio Zadra,… - Regisseurin: Ildikó Enyedi

 

Verleih: Alamode Film - Kinostart: 04.11.2021

 

Inhalt:

Jakob Störr, ein hartgesottener, niederländischer Schiffskapitän, schließt in einem Café eine Wette ab, die erste Frau zu heiraten, die das Lokal betritt. Nichtsahnend kommt die junge Lizzy zur Tür herein…

Was nun folgt ist ein hochemotionales Ehedrama: Jakob weiß nicht, wie er mit der Schönheit und Unergründlichkeit seiner Frau umgehen soll und ist zwischen inniger Liebe und Misstrauen hin- und hergerissen. Lizzy, die sich ihrer subtilen Macht nur zu bewusst ist, ringt nicht weniger mit widerstreitenden Gefühlen. Leidenschaft, Missverständnis und Eifersucht nehmen ihren Lauf…

 

Kritik:

„Die Geschichte meiner Frau“ ist ein außergewöhnliches Liebes-Epos, dass auf dem gleichnamigen Roman von Milán Füst aus dem Jahr 1942 basiert. Atmosphärische Aufnahmen vom Europa der wilden 20er Jahre und Aufnahmen, die ins Herz gehen. Es ist eine tiefgründige Geschichte eines ungewöhnlichen Paares, dessen Lebenswelten nicht unterschiedlicher sein könnten.

Eine wunderschöne, romantische und harmonische Geschichte über die Unterschiede des Lebens zwischen Arm und Reich. Der Film erfreut mit frisch, fröhlicher Musik und wunderschönen Tango-Klängen.

Es ist aber auch eine Geschichte über Macht, Intrigen und Demütigung. Natürlich kommen auch Gefühle, Treue und die wahre Liebe in dem romantischen Drama nicht zu kurz. Es ist eine Geschichte über die ehrliche Liebe, die nicht erwidert wird.

Ein wenig verwirrend ist der Film auch, denn so bekommt man z. B. keinesfalls gezeigt, was die Frau in der Abwesenheit ihres Mannes alles treibt. Stimmt es, was über sie erzählt wird? Obwohl der Film fast drei Stunden lang ist, wird er dennoch keine Minute langweilig und wird von wunderschönen Seemannsliedern, die trotz der ernsten Geschichte für gute Laune sorgen, abgerundet.

Hervorragende, schauspielerische Leistungen, die bis in die Nebenrollen reichen, überzeugen nicht nur von „Bond-Girl“ Leá Seydoux. Auch Gijs Naber überzeugt in seiner Rolle.

Wunderschöne und spektakuläre, authentische Aufnahmen auf See, aber auch auf dem Land treffen auf einen wunderschönen und vor allem gefühlvollen Soundtrack.

In der Thematik der Geschichte geht es um die Liebe, um Lügen, Leidenschaft, aber auch um Eifersucht und Intrigen. Nicht zuletzt geht es aber auch darum, dass man auch mal lernen muss loszulassen, selbst wenn es noch so schmerzt.

Eine provozierende, demütigende Frau, ein treuer Ehemann. Wenn man einen Menschen liebt, behält man ihn in ewiger Erinnerung und wird selbst nach dem Tod noch von ihm/ihr besucht.

Aus der Verfilmung geht auch zu wenig daraus hervor, was die Frau in seiner Abwesenheit so treibt. Auch weiß man nicht, ob sie sich mit dieser Greta verbündet hat. Dazu muss man sicherlich das Buch gelesen haben, um mehr darüber zu erfahren.

Alles in allem eine wunderschöne und poetische Liebesgeschichte über die wahre Liebe und die Tücken einer Frau, in der es um Demütigung, Macht und Intrigen geht.