1000 Arten Regen zu beschreiben

Genre: Drama

FSK: ab 12 Jahren

Darsteller: Bibiana Beglau, Bjarne Mädel, Emma Bading, Janina Fautz, Louis Hofmann, David Hugo Schmitz, Guido Lamprecht, Benjamin Höppner,…

Produzenten: Melanie Andernach, Knut Losen,…

Regisseurin: Isa Prahl

 

Verleih: Film Kino Text

Kinostart: 29.03.2018

 

Inhalt:

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike, gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen. Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. Die Eltern Susanne und Thomas sowie Schwester Miriam stehen buchstäblich vor seiner Tür – warten, fragen, ford ern, flehen, rasten aus, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür zwischen ihnen und Mike mehr und mehr zum Spiegel ihrer eigenen Geschichten.

Je mehr sie nach Mikes Gründen forschen oder vor ihrer eigenen Ohnmacht fliehen, desto deutlicher werden ihnen ihre eigenen Verkettungen mit einem Leben, das sie nie wirklich hinterfragt haben, und das sie dem entsprechend nie wirklich bewusst angenommen haben. Mikes jüngere Schwester Miriam, die auch gerade mit den Herausforderungen und Zumutungen des Erwachsenenwerdens konfrontiert wird, scheint ihren Bruder zu verstehen. Von ihrer Arbeit assimilierte Eltern taugen nicht mehr als Vorbilder für ein Leben. Da macht es Jugendlichen nicht leicht ihren Weg zu finden...

Am Ende erkennen alle drei, dass sie es sind, die Mike sein Zurückgezogensein erst ermöglichen, und dass sie Mike helfen müssen, damit er noch einmal ganz für sich in die Welt finden kann...

 

Kritik:

1000 Arten Regen zu beschreiben“ bezieht sich auf das japanische Phänomen Hikikomori, das sich zunehmend auch in Westeuropa verbreitet. In Japan soll es bereits mehr als 1 Millionen Jugendliche geben, die sich von der Gesellschaft zurückziehen und sich über Wochen, manchmal Monate und sogar Jahre in ihr Zimmer einschließen. Die Gründe liegen zumeist in einem Gefühl der Überforderung, in der Versagensangst, den Erwartungen und Verantwortlichkeiten des Erwachsenenlebens nicht standhalten zu können. Leistungsdruck, sozialer Druck, aber auch Entscheidungsdruck in einer Fülle an Möglichkeiten drängen in dieser Phase der Selbstfindung schließlich in die Isolation...

Der Film ist ein wenig kompliziert und wer sich damit nicht weiter auseinandersetzt, wird garantiert Probleme haben, den Film bzw. den Inhalt / die Thematik des Films zu verstehen. Ansonsten aber ein toller Film mit großartiger Leistung aller Schauspieler, denn auch solche Rollen muss man spielen können und das machen die Schauspieler mit sehr viel Gefühl und Einfühlsamkeit.