Saison-Eröffnung bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg

(Text: Julia Lass Nemitz/Fotos: Andreas Lass) Seit Samstagabend sitzen Cowboys und Indianer in Bad Segeberg wieder fest im Sattel: Die Karl-May-Spiele Bad Segeberg starteten mit einer Premiere in die 64. Saison. Vor ausverkauftem Haus sahen die 7500 Zuschauer den Klassiker "Im Tal des Todes", der bis zum 6. September an jedem Donnerstag bis Samstag um 15.00 und 20.00 Uhr, am Sonntag um 15.00 Uhr im Freilichttheater am Kalkberg zu sehen sein wird.

Drei Wochen nach dem Tod des Schauspielers Pierre Brice, wird das Stück gezeigt, mit welchem er 1968 zum ersten Mal als Winnetou auf der Leinwand ins Tal des Todes aufbrach. Deshalb beginnt der Abend auch mit dem Gedenken an den ehemaligen Hauptdarsteller, der von 1988 bis 1991 am Kalkberg so viele Freunde gefunden hat.

Als ein Schwarz-Weiß-Portrait von Pierre Brice in die Arena getragen wird, erheben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und verabschiedeten ihn mit einem letzten Applaus. Geschäftsführerin Ute Thienel war sichtlich betroffen, als sie ihm noch einmal für sein Wirken am Kalkberg dankte.

Bevor Ministerpräsident Torsten Albig nun den Startschuss zur Premiere des neuen Stücks „Im Tal des Todes“ abfeuern durfte, wurden prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft, aus Film und Fernsehen und aus Karl-May-Inszenierungen der vergangenen Jahre begrüßt. Im Publikum waren aus der Landesregierung die Sozialministerin, die Finanzministerin, der Innenminister und der Wirtschaftsminister. Auch Ehrenhäuptlinge im Publikum wie Heide Simonis und Filmkomponist Martin Böttcher wurden namentlich erwähnt. Es sind auch viele frühere Ensemblemitglieder dabei gewesen, wie Alexander Wussow, Patrick Bach, Dunja Raiter, Marek Erhard.

In den folgenden 2 Stunden fand eine Reise in das Mexiko des 19. Jahrhunderts, in die Ortschaft San Miguel in das sagenumwobene Tal des Todes statt. 5 Wochen wurde unter der Leitung von Norbert Schulze junior intensiv geprobt, der in diesem Jahr zum 15. Mal die Regie übernommen hat und somit ein Jubiläum feiert.

Im Mittelpunkt des neuen Stücks steht ein imposantes Quecksilberbergwerk im geheimnisvollen „Tal des Todes“, in dem der Verbrecher Roulin Sklaven inmitten giftiger Dämpfe zu Tode schuften lässt. Ihm auf der Spur sind Winnetou und Old Firehand, dessen kleiner Sohn – diese Rolle teilen sich Keno Fakhoury, Theo Seegebrecht und Nick Wiese - dabei ebenfalls in Gefahr gerät. Aber auch die Liebesgeschichte zwischen der Indianerin Paloma Nakana und dem Weißen Martin von Adlerhorst, dessen Vater im Bergwerk stirbt, ist wesentlicher Bestandteil der Inszenierung. Hilfe bekommt Roulin bei seinen üblen Machenschaften von zweierlei Seiten…

Roulin wird durch Joshi Peters verkörpert, der seit 1987 fast jedes Jahr am Kalkberg gespielt hat. Aber auch Publikumsliebling Nicolas König ist bereits zum elften Mal, in diesem Jahr als „Eiserner Pfeil“, im Ensemble. Auch mit Fabian Monasterios, der dieses Mal als „Juanito Alfarez“ durch den wilden Westen reitet und wie Harald P. Wieczorek in seiner Doppelrolle als „Georg von Adlerhorst“ sowie „Starke Hand“ hat es wieder bekannte Gesichter an den Kalkberg gezogen. Und last but not least spielt Jan Sosniok zum dritten Mal den Winnetou.

Auch die „Greenhorns“ Barbara Wussow, Ralf Bauer, Linda Holly, Felix Ströbel und Patrick L. Schmitz lieferten eine überzeugende Darstellung ab. Jedem einzelnen war die Spielfreude, die Leidenschaft anzumerken, indem sie eine starke Bühnenpräsenz zeigten, und ihre Rollen sehr authentisch für sich interpretiert und verkörpert haben. Mit viel Humor schafften es die Darsteller, einige wenige Pannen zu überspielen. Zweimal haben sich die Pferde anders verhalten, als es geplant war und auch der Falke hatte seinen eigenen Kopf.

Der Applaus am Schluss war kräftig und verdient. „Im Tal des Todes“ ist eine runde Inszenierung, die mit einem spektakulären und phänomenalen Feuerwerk endete, welches gesanglich mit „We Have A Dream“ untermalt wurde.

Auf der anschließenden gelungenen Premierenparty zeigte sich, dass die Stars sich nicht abkanzelten, sondern gern auch unters Publikum mischten und somit diesem fantastischen Abend bis tief in die Nacht würdevoll ausklingen ließen.

 

Fotos von dem Premierenabend gibt es hier https://www.facebook.com/media/set/?set=a.848254628595247.1073742384.376887385731976&type=3 !