Lüül & Band - "Fremdenzimmer"

Musikalisch gehen „Lüül & Band“ in die Richtung Chanson-Pop mit Tiefgang und Berliner Charme. Er ging über Höhen und Tiefen von Paris und New York immer wieder zurück in seine Heimat nach Berlin, der er mit „West-Berlin“ eine schöne Hommage widmete.

Lüül“ steht für Lutz Graf-Ulbrich, der seit jeher auch als Solokünstler aktiv ist. Er wird aber auch gerne von langjährigen Mitstreitern, die er liebevoll als Band tituliert, unterstützt. Auch bei „Fremdenzimmer“ kann er auf die Unterstützung zählen.

Mit diesem Album zeigt er eine bislang unbekannte Seite von sich. „Lüül“ gibt sich akustisch offen, äußert sozialpolitische Kritik am System und offenbart einen gewissen spitzbübischen Hang zu humoristischer Lyrik und lässt sich dabei immer von luftigen, transparenten Arrangements tragen, die selten organischer klangen.

Das Album präsentiert eine gewisse Wohlfühlatmosphäre mit Berliner Charme, der mal frech, mal sentimental wird, aber immer von einer Stimme getragen, die in entfernter Weise an Rio Reiser erinnert...

 

Fazit:

Mit seinem neuen Album „Fremdenzimmer“, dass im Mai 2018 erschienen ist, hat sich „Lüül“ selbst übertroffen. Die Songs klingen erfrischend, sie entwickeln den Sound der letzten Jahre, der vorwiegend akustisch mit Gitarre, Banjo, Violine und Akkordeon gespielt ist, weiter. Für die neuen Songs hat „Lüül“ sogar Zuwachs von einer E-Gitarre bekommen. So enthält der Sound etwas mehr Hall.

Wer sich genau auf die Texte konzentriert wird schnell gemerkt haben, dass diese intelligent und ironisch sind. „Lüül“ macht eigenständigen deutschen Songwriter-Folk, der wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Gefallen daran finden werden wohl wirklich nur diejenigen, die etwas von guter Musik verstehen, Fans von dem Songwriter und all diejenigen, die sich auf die Musik einlassen und auf die Texte konzentrieren.